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Wenn im unendlichen dasselbe,
sich wiederholend ewig flie?t,
das Tausendf?ltige Gew?lbe
sich kr?ftig ineinanderschlie?t.
Str?mt Lebenslust aus allen Dingen,
dem kleinsten wie dem gr??ten Stern
und alles dr?ngen, alles ringen,
ist ew?ge Ruh in Gott dem Herrn.
(Goethe)
25.6.05 02:34


Sechs Wochen waren seit Cathrines Attacke auf Elke vergangen. Zuerst verstand sie gar nicht warum sie es getan hatte und ha?te Joe daf?r das er sie so weit gebracht hatte. Doch mit der Zeit wuchs ihr Zorn und richtete sich gegen alle Menschen die ihr je im Leben begegnet waren. Sie ha?te ihren Ex-Freund der sie verlassen hatte, (ach Cathrine, wir haben uns doch nichts mehr zu sagen. Dabei v?gelte er l?ngst eine andere). Sie ha?te ihren Ex-Chef, (nun komm Sch?tzchen, hab dich doch nicht so, sei lieb...) und sie ha?te sogar Harry, der sie geschlagen hatte. Das er allen Grund dazu gehabt hatte sah sie ?berhaupt nicht ein. Die Nase war gebrochen gewesen, doch jetzt war sie zum Gl?ck fast verheilt. Sie l?chelte in sich hinein. Elke hatte sie weitaus schlimmer zugerichtet. Sie w?rde f?r den Rest ihres Lebens entstellt bleiben. Sie hatte es nicht anders verdient und au?erdem, dachte Cathrine grimmig, pa?te ihre neue Nase viel besser zu ihrer h?sslichen Visage. Sie hatte Elke eine Woche zuvor in der Stadt getroffen. Entsetzt war sie Cathrine ausgewichen und davon gerannt.
Auch die Menschen um sie herum schienen sich ver?ndert zu haben. Cathrine konnte es nicht ertragen wenn sie lachten. Wenn sie ein Liebespaar sah, wie sie turtelnd aneinander hingen und sich mit ihren dumm dreisten Gesichtern geifernd an hechelten, h?tte sie am liebsten ihre K?pfe gegeneinander geschlagen. Nur die Kinder... die mochte sie. Wenn sie sah, dass genervte M?tter mit ihren Kindern schimpften oder sie gar schlugen, dann stellte sie sich vor wie sie ihnen ein Messer in ihre aufgerissenen M?nder rammte und damit aufspie?te.
Ziellos irrte Cathrine durch die Stra?en. Die Wohnung war sie los. Am Morgen stand der Gerichtsvollzieher mit schmierigem Grinsen vor der T?r und hielt ihr ein Wisch unter die Nase das sie sofort die Wohnung zu r?umen h?tte. Cathrine sagte ihm sie wolle nur schnell ein paar Sachen holen und bat ihn herein. Angeekelt und mit schn?ffelnder Nase trat er in die Diele und sie schlo? die T?r hinter ihm. Die Wohnung war einer M?llkippe gleich und es stank f?rchterlich. Cathrine stieg ?ber W?sche und Unrat hinweg ins Wohnzimmer und sah sich um. Ihr Blick fiel auf eine Clownsfigur aus Bronze die neben der T?r auf einem kleinen Tischchen stand. Ein h?ssliches Ding, sie hatte sie nie gemocht. Sie war mal ein Geschenk ihres Ex gewesen. Er hatte schon immer einen scheu?lichen Geschmack gehabt. Guter alter Tommy, dachte sie. Zumindest konnte sie ihr jetzt n?tzlich sein. Cathrine nahm die Figur mit der grotesken Fratze an sich und schlo? fest ihre Finger darum. Dann trat sie so leise wie m?glich zur?ck in die Diele. Dieses arrogante aufgeblasene Arschloch sah sich das Bild mit dem weinenden Jungen an. Sie holte zum Schlag aus als er gerade im Begriff war sich um zu
drehen. Und noch bevor er einen Laut hervor bringen konnte, schlug sie ihm den Clown mit aller Kraft auf seinen Sch?del. Es gab ein h?ssliches Ger?usch und er sackte blutend in sich zusammen. Noch einmal holte sie aus und schlug ihm seine Nase ins Gehirn. Aus dem Radio in der K?che klang gerade ?Death of the Clown? her?ber. Achtlos warf sie die Figur auf den leblosen K?rper, nahm einen Schluck aus der fast leeren Whiskeyflasche die neben dem Telefon stand und l?chelte. Sie nahm nur ihre Jacke und Tasche und ging einfach.
Es d?mmerte schon. Sie konnte nicht sagen warum sie den Mann erschlagen hatte. Sie dachte einfach nicht dar?ber nach. Genauso wenig wie sie dar?ber nachdachte wo sie die Nacht verbringen sollte. Ein Wagen hielt neben ihr. Es war Joe. ?Hallo Cathrine.?
Er sah sie an und sofort versp?rte sie wieder diese unb?ndige Erregung wie sie sie beim ersten Ku? in jenem Caf? auch gesp?rt hatte. Sie stieg ein und er fuhr los. Sie beobachtete die B?ume am Stra?enrand, wie sie an ihr vorbeiflogen. Die meisten Bl?tter waren abgefallen. Es war jetzt Mitte November und in den Gesch?ften lagen schon lange die Adventskalender, Schokoweihnachtsm?nner, Lichterketten und der ganze andere scheu?liche Kram. Sie ha?te Weihnachten.
Auf einmal wurde sie mit einem Ruck nach vorne geschleudert und stie? sich ?u?erst heftig die immer noch l?dierte Nase, als Joe den Wagen mit quietschenden Reifen abbremste. Er ri? heftig das Steuer herum und sie machten einen pl?tzlichen Schlenker nach rechts. Dann gab er wieder Gas und bremste kurz darauf noch einmal. Dieses mal aber nicht mehr so hart und sie kamen mitten auf der Stra?e zum stehen. Es gab einen lauten Knall. Cathrine hielt sich die schmerzende Nase und schaute nach hinten. Ein Manta hatte Joe die Vorfahrt genommen und war hinter ihnen gegen einen Laternenmast gefahren. Zwei offenbar betrunkene junge Kerle stiegen aus, begutachteten ihr Auto und fingen lautstark an zu streiten. Dann sahen sie zu ihnen her?ber. Sie fluchten in Joes Richtung und zeigten ihm nicht sehr Gentlemanlike den Mittelfinger. Cathrine sah Joe an, wobei sie sich immer noch mit einer Hand die Nase hielt. Ihr tr?nten die Augen vor Schmerzen und ein d?nner Blutfaden rann durch ihre Finger. Joe legte eine Hand an ihre Wange und sie f?hlte erleichtert wie der Schmerz nachlie?.
?Was denkst du Cathrine?? Sie wischte sich die H?nde an ihrer Hose ab und nickte ihm zu.
Seine Augen schimmerten rot. Sie drehte sich wieder nach hinten und pl?tzlich gab es eine ohrenbet?ubende Explosion. Die K?rper der beiden M?nner flogen durch die Luft und landeten ein paar Meter weiter, von der Wucht der Explosion zerrissen, auf der Stra?e. Der Manta brannte lichterloh und dunkler Rauch stieg in den Himmel, vermischte sich mit dem letzten Abendrot. Der Anblick der toten M?nner befriedigte Cathrine auf seltsame Weise und sie l?chelte Joe an, dessen Augen wieder einen bernsteinfarbenen ton angenommen hatten.

("Spielzeug des Teufels")
25.6.05 03:10


Willkommen in meinem Weblog!
25.6.05 02:04





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